Dissioziationen bei traumatisierten Kinder und Jugendlichen

dissoziation trauma kinder und jugendlicheSandra Wieland hat mit „Dissoziation bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen“ ein – trotz der schwierigen Thematik – äußerst lesenswertes und informatives Fachbuch geschrieben.

In sieben Fallgeschichten zeigen die fachlich versierten Autoren die Theorie der Dissoziation bei Kindern und Jugendlichen auf sowie die Herausforderungen die eben bei diesem Thema auftreten.

Hierzu Sandra Wieland im 1. Kapitel:

„Kinder und Säuglinge, die extrem bedrohliche Situationen erleben, sei es Vernachlässigung, körperliche Grenzüberschreitungen oder eine gefährliche Lebensumwelt, versuchen sich zu schützen – sie versuchen, sich von den Geschehnissen fernzuhalten. Physisch können sie zwar nicht weglaufen, aber psychisch können sie es. Dissoziation ist eine Möglichkeit, überfordernde und vor allem sich wiederholende Schrecken zu überleben.“ (Seite 17)

Ich musste beim Lesen schon sehr sehr oft mehrmals kräftig durchschnaufen, das Thema ist keine leichte Kost, wie Sie sich vorstellen können. Möchte man Kinder und auch Jugendlich doch vor allem Bösen bewahren und schützen. Vor allen Dingen, wenn man selbst Kinder hat. Dennoch ist es ein sehr wichtiges Thema. Die Kinder benötigen fachliche Unterstützung durch gut ausgebildete Therapeuten. Dieses Buch – einmalig im deutschen Sprachraum – bietet interessierten Therapeuten einen sehr übersichtlichen, hochinformativen und einem grundlegenden Modell zur Arbeit mit diesen traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Das theoretische Wissen lässt sich sehr gut in der Praxis adaptieren.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes, wichtiges, hochinformatives, praxisnahes Fachbuch für Therapeuten, aber auch für interessierte aller Art. Ein wichtiges Thema für alle in der Beratung und Therapie tätigen Menschen. Ein Grundlagenwerk – einzigartig und Praxisnah. Besser kann ein Fachbuch gar nicht sein.

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Die Sehnsucht des Vorlesers

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Das Romandebüt „Die Sehnsucht des Vorlesers“ von Jean-Paul Didierlaurent ist eine zauberhafte und typisch französisch-charmante Herzensgeschichte.

Und darum geht es: Der Buchliebhaber Guylain Vignolles arbeitet – nicht gerade glücklich –  in einer Paris Papierverwertungsfabrik. Täglich muss er viele Tonnen makulierte Bücher vernichten – eine Qual für ihn. Er fischt täglich in seiner Maschine – der Zerstör 500 –  festgesteckte Buchseiten heraus und liest diese dann seine Mitpendlern jeden Morgen im Zug vor. Manchmal sind das dann auch Kochrezepte. Guylain lebt mit seinem Goldfisch namens Rouget de Lisle zusammen in einer kleinen Wohnung in einem Vorort von Paris. Er ist ein stiller, sehr schüchterner Mensch, umso erstaunter war ich, dass er so gerne in einem vollen Pendlerzug morgens einzelne Buchseiten vorliest. Er hat skurrile Freunde – u.a. einen ständig Gedichte rezitierenden Pförtner namens Yvon Gimbert in der Fabrik und einen italienischen Freund und ehemaligen Kollegen Giuseppe – der bei einem Arbeitsunfall beide Beine verloren hat. Doch eines Tages findet Guylain einen USB-Stick im Zug. Er fährt nach Hause und schaut sich den Inhalt an: Geschichten in Tagebuchform, geschrieben von einer ihn immer mehr faszinierenden Julie, einer Klofrau in einem Einkaufszentrum. Fortan liest Guylain Julies Geschichten morgens im Zug vor und die Pendler sind begeistert … Guylain macht sich mithilfe seines Freundes Guiseppe auf die Suche um seine Traumfrau Julie zu finden …

Der erste Satz (Seite 7):

„Einige Menschen kommen taub, stumm oder blind zur Welt.“

Fazit: Eine bezaubernde und sehr humorvolle und wundervoll bildhaft geschriebene Geschichte mit sehr viel französischem Charme! Bisher mein Favorit im Herbst! Man kann einfach nicht aufhören, dieses charmante Buch zu lesen! Absolut empfehlenswert! Bitte auch zahlreich verschenken! Vor allen Dingen an Menschen, die Bücher lieben!

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