Dein Licht steht dir gut

Campbell_RDein_Licht_steht_dir_gut_175558.jpgRebecca Campbell hat mit ihrem Erstling „Dein Licht steht dir gut“ ein sehr witziges, magisches und geistvolles Buch geschrieben.

Wir alle wissen es doch längst: Tief in uns schlummert ein kleines, kraftvolles Lichtlein, das endlich leuchten möchte. Es ist dieses tiefe und innerste Gefühl, dass wir zu Großem berufen sind und wir aus einem ganz bestimmten Grund hier auf dieser wunderschönen Erde verweilen. Aber es fehlt uns an Mut, diesem inneren Wunsch, diesem Ruf zu folgen. Wir sind zu beschäftigt, warum ausgerechnet wir, ich habe kein Geld dafür, wer soll denn zu mir kommen, was habe ich denn schon der Welt zu geben usw. sind dann unsere Gedanken.

Und doch gibt es derzeit eine wahre Flut an Suchenden auf dieser magischen Welt. Nicht umsonst boomen Fantasytitel, Ratgeber, Coachingangebote wie seit Jahren nicht mehr.

Rebecca Campbell ist eine spirituelle Motivationslehrerin, die ursprünglich aus der Werbebranche kommt. Sie schreibt lässig, charmant und auf eine leichte Art und Weise, dass man sofort alles stehen und liegen lassen möchte und nur noch für sein Herz arbeiten möchte, nur noch Sein möchte.

Die Übungen, Mantren und Affirmationen im Buch unterstützen uns kraftvoll auf unserem ureigenen Weg des Lichts, hin zu unserer ureigenen inneren Kraft, zu unserem Potenzial, dass nur wir haben – jeder auf seine besondere Weise!

„Deine Schwingungen sind mächtiger als Worte es jemals sein könnten. Mächtiger als alles, was du anhast, sagst oder tust. Mächtiger als die beste Marketingstrategie, der beste Pressesprecher und Publikumsliebling zusammen. … Energie lügt nicht.“ (Seite 294)

 

Fazit: Ein wahrhaft magisches, lichtvolles und kraftvolles Buch, weder abgehoben wie viele spirituelle Werke, sondern bodenständig. Ich habe es sehr gerne gelesen. Ein tolles Geschenk für alle Zweifler, Selbst-Saboteure, Ausredenerfinder usw. – ein wahrlich zauberhafter Mut-Macher!

 

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Die Spionin

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Paulo Coelho hat einen fiktiven, autobiographischen Roman über „Die Spionin“ – Mata Hari – geschrieben.

Die junge Margarete Zelle träumt von einem aufregenden Leben und sehnt sich nach Unabhängigkeit. Sie löst sich aus einer unglücklichen Ehe, zahlt dafür aber auch einen hohen Preis.

Das Buch beginnt mit dem bevorstehenden Ende (der geplanten Hinrichtung) von Mata Hari. Sie sitzt einsam und verlassen im Gefängnis und wartet und hofft, dass ihrem Gnadengesuch mittels ihrer einflußreichen Freunde doch noch stattgegeben wird.

Paulo Coelho schreibt über die Femme fatale schlechthin in Briefform. Mata Hari erklärt ihre Gründe, wie sie zur „Spionin“ wurde und auch ihr Verteidiger kommt zu Wort. Es ist also eine Art Rückschau.

Man fragt sich beim Lesen, ob Mata Hari wirklich so eine knallharte, selbstbewusste und gnadenlose Persönlichkeit war oder ob sie lediglich Opfer von Intrigen und Verrat ihrer einflußreichen Freunde war – eine Art Spielball. Und: Waren ihre Liebschaften mit all den bekannten und weniger bekannten Männern, die recht lieblos und eher auf körperlicher Ebene abliefen – wirklich nötig, damit sie sich frei fühlen konnte oder waren es nur neue „Gefängnisse“ der Abhängigkeit, die sie sich damit erschaffen hat?

„Denn das habe ich immer gesucht: die Freiheit. Ich habe nicht die Liebe gesucht. Denn die Liebe kommt und geht – und ich habe ihretwegen Dinge getan, die ich nicht hätte tun sollen, und mich an Orte begeben, die ich besser gemieden hätte.“ (Seite 99)

Fazit: Paulo Coelho hat mit seinem Buch über Mata Hari eine der faszinierendsten und geheimnisvollsten Frauen in unserer Geschichte betrachtet und hat es geschafft, dass dieser Mythos weiterleben darf! Sehr tief gehend geschrieben, das Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht! Eine absolut faszinierende Lektüre!

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Unorthodox

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Was für ein intensives, erschütterndes und gleichzeitig triumphales Buch hat Deborah Feldman da mit ihrem autobiographischen Debütroman „Unorthodox“ geschrieben!

Ich bin ja immer skeptisch, wenn auf einem Buchcover „Der New York Times Millionen-Bestseller“ geschrieben steht. Dann ist das meist kein Buch für mich! Dennoch habe ich mir da so eine gewisse neutrale Neugier beibehalten, was „Bestseller“ sind, zumal das Wort ja offenbart, dass es sich um die meistverkauften Bücher, jedoch nicht unbedingt meistgelesenen Bücher handelt. Egal, zum Glück habe ich mich davon nicht abschrecken lassen, sondern konnte mich unaufgeregt diesem hochemotionalen Buch widmen.

Und so las ich den ersten Satz von „Unorthodox“: 

„Mein Vater hält meine Hand, als er mit dem Schlüssel zum Warenhaus hantiert.“

Deborah Feldman schreibt in „Unorthodox“ über ihr orthodoxes Leben in einer strengen und sehr in sich lebenden jüdischen Gemeinde in Williamsburg, Brooklyn. Sie schreibt über ihre Befreiung aus einem ultraorthodoxen, streng limitierten Leben, ausgehend von ihren frühen Kindheitserfahrungen, wo sie ohne Mutter aufgewachsen ist, bei ihren Großeltern. Der Vater schaut dann und wann vorbei, ist aber auch nicht wirklich präsent. Die kleine Deborah ist stets auf der Suche nach mehr als diesem beengten, strengen Leben. Heimlich liest sie Bücher, die sie nicht besitzen darf. Sie besucht eine jüdische strenge Schule und wird dann selbst Lehrerin dort. Dann wird sie verheiratet und was ich da gelesen habe, fand ich echt erschreckend, dass es das in der Neuzeit noch gibt. Sie bekommt ihren Sohn und bildet sich weiter, dort trifft sie Menschen, die ihr ein Leben in Freiheit aufzeigen und sie wagt es, aus ihrem begrenzten Leben auszubrechen und mit ihrem Sohn ein neues Leben zu beginnen. 

„Was für eine Welt in der wir nur Belanglosigkeiten wie einen zu kurzen Rock bestrafen, aber Stillschweigen bewahren, wenn einer die Zehn Gebote bricht?“ 

Was bedeutet denn nun „ultraorthodox“. Wir allen kennen doch die jüdischen Männer mit ihren Stirnlocken … Doch das chassidische Judentum, das aus jüdischen Sekten und all den Strömungen, die nach dem Holocaust in Osteuropa entstanden ist, ist weitgehend eine weitgehend unbekannte Welt. Deborah Feldman bietet hier intensive, interessante Einblicke in eine Welt der Strenge, der Regeln, der Doppelmoral und der absoluten Unfreiheit von Menschen. 

Fazit: Das Buch ist sehr intensiv, aber auch sehr interessant geschrieben. Deborah Feldmans Befreiung aus der streng religiösen „Sekte“ und hin zu einem Leben in Freiheit mit ihrem Sohn ist sehr lebensnah und klug. Eine sehr anspruchsvolle, aber auch sehr empfehlenswerte Lektüre! Unbedingt lesen!

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