Ich und du und Müllers Kuh

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Ariadne von Schirachs Fachbuch „Ich und du und Müllers Kuh – Kleine Charakterkunde für alle, die sich selbst und andere besser verstehen wollen“ macht durchaus Lust, dieses Buch zu kaufen und zu lesen. Das Sachbuch basiert auf den Erkenntnissen der beiden Psychoanalytiker Fritz Riemann und Karl König und gewährt uns einen kleinen Einblick in die Grundcharaktere des Menschen. Riemann und Könige unterscheiden sechs Persönlichkeitsstrukturen: den Narzissten, den Schizoiden, den Depressiven, den Zwanghafte, den Phobiker und den Hysteriker. Zu Beginn des Buches werden die beiden Psychoanalytiker ebenfalls kurz und sehr informativ vorgestellt.

Ariadna von Schirach betrachtet die unterschiedlichen Charaktertypen sehr genau auf den Punkt und beschränkt sich zum Wohle des Lesers und zugunsten der allgemeinen Textverständlichkeit in ihren Ausführungen über die Psychoanalyse auf das Nötigste. Sie betrachtet die Entwicklungspsychologie der Persönlichkeitsstrukturen und zeigt auch die Stärken und Schwächen der einzelnen Grundcharaktere auf.

Es sei angemerkt, dass sich kein Mensch auf dieser Erde zu 100 Prozent in diese Schemen pressen lässt, es  also häufig Mischtypen gibt.

„Jeder Mensch ist ein Kosmos, und keiner ist ganz auslotbar. Dennoch können wir einander verstehen, und zwar umso besser, je genauer wir die eigene Charakterprägung und die unseres Gegenübers erfassen.“

Da wir Menschen aber sehr gerne kategorisieren und strukturieren, um alles besser einordnen und verstehen zu können, ist das Buch dennoch sehr interessant und teilweise auch amüsant zu lesen.

Die Autorin gibt zudem auch noch hilfreiche Umgangstipps mit den einzelnen Persönlichkeitsstilen.

Fazit: Ein sehr strukturiert aufgebautes und hochinteressant zu lesende Buch über menschliche Charaktäre. Sollte ebenso wie die „Grundformen der Angst“ von Fritz Riemann im Buchregal jedes Beraters, Coaches, Therapeuten, Personalmanagers, Manager etc. stehen. Informativ, handlich, praktisch und sehr gut! Auch sehr gut zur Selbstreflektion geeignet ;-)!

 

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Was deine Angst dir sagen will

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Andreas Winters neuestes Buch „Was deine Angst dir sagen will – Blockaden verstehen und überwinden“ ist ein sehr lesenswertes und gut verständliches Buch über Ängste. Für mich eines der besten auf diesem Gebiet!

Es gibt viele Menschen, die sich vor bestimmten Dingen oder Ereignissen fürchten – sei es vor Krankheiten, vor Ablehnung, vor Kritik oder vor Tieren, Aufzügen oder öffentlichen Plätzen.

Der Tiefenpsychologe Andreas Winter geht davon aus, dass unsere

 

„Ängste verschwinden, indem wir sie verstehen.“

Ein sehr interessanter Ansatz und auch ungewöhnlicher Ansatz. Alle unsere Ängste sind in der Kindheit entstanden und haben das Kind davor geschützt, die Kontrolle zu verlieren.

„Angst ist eine unreflektierte Reaktion in Erwartung einer Bedrohung.“ (Seite 16)

Wer seine Angstursache kennt, der findet das passende Gegenmittel und bekommt so die Kontrolle über sein Leben zurück, denn Ängste schränken die betroffenen Menschen oft sehr stark ein.

„Haben Sie Angst? Na klar haben Sie Angst! Jeder hat doch irgendeine Form von Abscheu, Vorbehalten, Befürchtungen oder Panik. Über sieben Millionen Deutsche leiden sogar unter einer diagnostizierten spezifischen Phobie, Tendenz steigend. Aber keine Bange, das kriegt man wirklich weg! Ich weiß es, denn ich war der ängstlichste Junge, den Sie sich vorstellen können.“ (Seite 19)

Mit nur drei Fragen können wir herausfinden, was hinter unseren Ängsten steckt und man diese wieder los wird. Viele Fallbeispiele aus der Praxis zeigen, wie viele Menschen mit Ängsten diese überwinden konnten.

Empfehlenswert ist zusätzlich der Kauf der dazugehörigen bzw. das Buch ergänzende CD. Darauf zu finden ist eine 15-minütige Einführung sowie eine 45-Minuten andauernde Coaching-Traumreise.

Das schreibt der Mankau Verlag über die CD:

Diese Audio-CD zum Selbstcoaching hat das Ziel, die Ursachen von Ängsten und blockierendem Verhalten aufzuspüren. Dabei ist sie wie ein Spiegel zu verstehen, der Ihnen hilft, den »blinden Fleck« zu erkennen.

Andreas Winter gibt Ihnen im ersten Teil zunächst einen theoretischen Überblick über die Hintergründe von Angst im Allgemeinen.

Im zweiten Teil werden Ihnen in einer mit Musik untermalten Traumreise drei Fragen gestellt, mit deren Hilfe Sie bislang nicht bewusste Antworten über die Ursachen Ihrer Ängste und deren Lösung selbst herausfinden können:

1. Wovor genau haben Sie Angst und warum genau?
2. Was müssen Sie für das Ziel in Kauf nehmen?
3. Wofür lohnt es sich?

Die Fragen selbst sind – wie Sie sehen werden – nicht das Problem, sondern die präzisen Antworten. Die Erfolgschance ist nahezu absolut, die tatsächliche Erfolgskurve hängt jedoch von der emotionalen Relevanz Ihrer Antwort auf Frage 3 ab. Ist diese nicht hoch, kann ein Symptom sich noch weiterhin halten.

Im dritten Teil erhalten Sie eine Anleitung zur Vorbeugung gegen Panikattacken.

Fazit: Buch und CD sind absolut empfehlenswert. Andreas Winter schreibt sehr verständlich und unterhaltsam, ohne dabei überheblich zu sein. Seine langjährige Expertise auf diesen Gebieten spürt man deutlich. Ein fabelhaftes und sehr empfehlenswertes Buch zum erschwinglichen Preis!

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Bewahre dein inneres Strahlen

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Doreen Virtues neues Buch „Bewahre dein inneres Strahlen für ein Leben ohne Stress, Krisen und negatives Denken“ zeigt, wie wir in Zeiten des Sturmes wieder zu innerem Frieden gelangen. Sie zeigt uns, wie wir unseren Stresslevel senken können und ein harmonisches Leben führen können, um wieder von innen zu leuchten.

Doreen Virtue ist der Meinung, dass „der Grund, warum so viele Menschen immer wieder Drama in ihrem Leben erfahren, die Sucht nach Histamin ist.“

 

Und weiter:

„Hinter jedem hochdramatischen Menschen lauert ein ungelöstes Trauma. Drama ist sein oder ihr Weg, um Liebe zu bitten oder Hilfe und Verständnis zu erbetteln.“

Nun das ist mir dann doch etwas zu allgemein und auch zu einfach, Dramen und nicht in der Mitte sein auf Nährstoffmangel oder ein verborgenes Trauma zu schieben … Das Buch hat meiner Meinung auch keinen roten Faden – ich habe ihn jedenfalls nicht finden können.

Allgemein ist es mir auch zu amerikanisch … Sorry liebe Doreen Virtue, aber das war niht so ganz mein Fall ;-(.

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Der unbewusste Lebensplan

51tgjm-kwrlIhre langjährigen Erfahrungen mit der Transaktionsanalyse gibt Almut Schmale-Riedel in ihrem aktuellen Buch „Der unbewusste Lebensplan – Das Skript in der Transaktionsanalyse„, erschienen im Kösel-Verlag, an uns Leser weiter.

Typische Glaubenssätze aus unserer Kindheit blockieren u. U. heute noch unser Lebens. Sätze wie „Ich bin schuld“, „Ich kapiere das eh nicht, also lass ich es lieber gleich“, „Ich bin nicht gut genug“ usw. Hinter diesen Sätzen steht immer ein sogenanntes Lebensskript. Dieses Lebensskript ist das Bild, das wir Menschen uns in unseren ersten Lebensjahren von uns selbst, der Welt und den anderen Menschen machen. Diese Sichtweisen und Einstellungen des Kindes entstehen als Schlussfolgerungen auf das, was es erlebt hat.

In ihrem Buch zeigt Almut Schmale-Riedle die häufigsten dieser Lebensskriptmuster und auch, wie welche Wege aus diesen Mustern wieder herausführen. Viele Fallbeispiele von Lebensskriptmustern werden in dem sehr empfehlenswerten Sachbuch vorgestellt. Sie zeigen, wie sich diese Muster entwickeln und wodurch sie verstärkt werden, wie sich bei Erwachsenen zeigen und wie sich die sogenannte Psychodynamik dieser Musterskripten auswirken kann.

Aus dem Buch:

„Da geht ein junger Mann im Schwimmbad auf das 3-Meter-Brett und spürt plötzlich, wie er von einem Angstschauer durchflutet wird. Und er erinnert sich, wie er als kleiner Junge für das Schwimmabzeichen vom 1-Meter-Brett springen sollte und Panik bekam.“ (Seite 22)

Fazit: Ein sehr gut verständliches, fachlich hervorragendes und sehr bereicherndes Buch, dass jeder Coach, jeder Therapeut, jeder Berater oder andere, die mit Menschen regelmäßig in Interaktion treten, gelesen haben sollte! Sehr interessant auch, um sich selbst noch bessern kennenzulernen, nach welchen Mustern wir im täglichen Miteinander mit anderen interagieren und uns verhalten.

 

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Trauma und Gedächtnis

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Peter A. Levines neues Buch „Trauma und Gedächtnis – Die Spuren unserer Erinnerung in Körper und Gehirn – Wie wir traumatische Erfahrungen verstehen und verarbeiten“ ist ein sehr empfehlenswertes Buch nicht nur für Traumatherapeuten.

Unser Körper vergisst nichts, was unser Gedächtnis vergessen oder verdrängt hat – unser Körper merkt sich alles. Zum Glück.

Peter A. Levine hat sich auf die Spur gemacht, herauszufinden, wie sich Menschen an traumatische Ereignisse erinnern. Denn zu dieser Frage gibt es viele unterschiedlichen Antworten. Einige Experten beispielsweise sind der Meinung, das traumatische Erinnerung unzuverlässig sind und im therapeutischen Prozess keine Anwendung finden sollten. Andere wiederum bestehen darauf, sich genau auf diese Erinnerungen zu verlassen, um vergangene traumaische Erfahrungen und Situationen einordnen zu können. Laut Peter M. Levine sind beide Einstellungen richtig: Den bewussten Erinnerungen könne vertraut werden, jedoch seien die verlässlichsten jene, die zunächst am wenigsten verlässlich erscheinen – nämlich jene Erinnerungen des Körpers.

Diese Traumaerinnerung wurde bisher nur wenig erforscht, im Buch wird sie implizite Traumaerinnerung genannt. Die explizite Erinnerung an vergangene Traumen ist vielen bekannt: Es handelt sich um jene, die sich durch die sogenannten Flashbacks – also blitzartige Rückblenden, die uns aus heiterem Himmel plötzlich wieder einfallen.

Peter M. Levine zeigt in seinem sehr empfehlenswerten und sehr gut lesebaren Buch viele Fallbeispiele zum besseren Verständnis, basieren auf seiner jahrzehntelangen Forschung und Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Patienten.

Fazit: Dieses Buch ist eine absolute Lese-Empfehlung sowohl für Experten und auf dem Gebiet der Traumatherapie Tätige, als auch für Betroffene, weil es viele neue Einsichten aufzeigt, wie unser Körpergedächtnis arbeitet. Fabelhaft geschrieben und hochinteressant!!!

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PTBS bei Kindern und Jugendlichen

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Alexander Korritko hat mit seinem Buch „Posttraumatische Belastungsstörung bei Kindern und Jugendlichen“ einen wichtigen Beitrag zum Verstehen früher Traumatisierungen geleistet.

Der Diplom-Sozialarbeiter mit vielen Zusatzausbildungen beschreibt hier treffend und gut nachvollziehbar die unterschiedlichen Wirkfaktoren der posttraumatischen Belastungsstörung und zeigt auch diverse Therapiemethoden und ihre traumarelevanten Konzepte auf. Im Rahmen des systemischen Ansatzes erfährt der Leser, wie Posttraumatische Belastungsstörungen entstehen und welche „Heilungsmöglichkeiten“ es gibt. Sehr gut gefallen hat mir, dass Herr Korritko das Trauma klar definiert und auch zeigt, was so speziell an PTBS bei Kindern und Jugendlichen ist.

„Weil Kinderhirne so leicht formbar sind, sind sie auch so leicht verformbar, oft sogar so sehr, dass es dem Kind später nicht mehr gelingt, die ins einem Gehirn angelegten Potenziale, seine Talente und Begabungen zu entfalten“.

Häufig finden sich Störungsbilder einer mehrfachen Traumatisierung. Immer mehr gelangt dieses Thematik in den Fokus. Und statt dem bloßen Suchen nach Diagnosen, sollte man die Kinder und Jugendlichen nach vergangenen Traumatisierungen befragen oder mithilfe der Angehörigen sich schnell auf diese Suche begeben – eben weil das junge Gehirn noch so formbar ist und sich verändert. Eine Behandlung hat desto mehr Erfolg, je früher sie im Leben stattfinden.

„Wer gelernt hat, in schlechten Zeiten zu überleben, kann auch umlernen, was erforderlich ist, um in guten Zeiten zu überleben“.

Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen, es bietet eine große Vielfalt an Erfahrungen, Erkenntnissen des Autors und auch vielfach erprobte und umsetzbare Methoden mit vielen Instrumenten und Interventionsmöglichkeit für systemische Therapeuten, die aufgerufen werden, sich im Rahmen des systemischen Denkens und ihrer Arbeit den traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ihren Familien zuzuwenden.

Fazit: Ein umfassendes, sehr informativ und praktisch geschriebenes Buch, das für mich zur Pflichtlektüre der systemischen Therapie zählt! Absolut empfehlenswert!

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Zirkuläres Fragen

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Im Buch „Zirkuläres Fragen – Systemische Therapie in Fallbeispielen – Ein Lernbuch“ von Christel Rech-Simon und Fritz B. Simon wird anhand von Fallbeispielen gezeigt, wie therapeutisch so wichtigen Interviewtechnik „Zirkuläres Fragen“ konkret angewandt wird. Für entsprechende Hintergrundinformationen sorgen treffende Kommentare und theoretische Einschübe, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Lernbuch beginnt bei der Klärung des Kontextes der Therapie, zeigt ihre Zielbestimmung und weiter zu den Mechanismen der Problementstehung und der möglichen Lösungssuche.

Gerade die gelungene Kombination aus Fallbeispielen und deren theoretischen Erläuterungen haben mir sehr geholfen das zirkuläre Fragen zu verstehen. Es geht um einen übergeordneten Blickwinkel – eine übergeordnete Perspektive einer Beziehung oder Interaktion mit dem Ziel, das nicht mehr funktionierende System zu „stören“, zu öffnen und neu sowie nachhaltig auszurichten. So erschafft das zirkuläre Fragen den Raum für neue Denkmuster und Handlungsschemata.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes und wichtiges Buch für alle Fans der systemischen Therapie – seien es Beginner, Laien oder Experten – eine Fundgrube an wundervollen Impulsen, die ich nicht mehr missen möchte. Großartig und empfehlenswert!

 

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